Vom Wengertshaus zu Fuß: 2 Stunden einfach bis zur Kuppe
mit dem Auto: 15 Minuten bis zum Gutshaus Sodenberg
Der Sodenberg hat für mich eine magische Anziehungskraft. Er ist ein ehemaliger Vulkanberg und gehört zum Naturpark Rhön. Oben auf der Kuppe hat man einen wunderbaren Panoramablick in die Rhön, in die Hassberge und den Steigerwald und zum Spessart. Da muss aber das Wetter passen.
Einer meiner absoluten Lieblingsplätze ist die Sitzbank hinter dem Kraterrand am Sodenberg (Pfad rechts nach dem Infohäuschen nehmen). Der Ausblick! Die Abgeschiedenheit! Sitzen! Picknick!

Der tiefe Krater ist durch Basaltabbau entstanden. Alte Mauerreste lassen ahnen, was da alles gewesen sein muss. Ein richtiger Lost Place. Sogar eine Burg gab es. Reste davon sind nicht mehr erhalten, dafür können Wanderer noch Pfeiler der ehemaligen Seilbahn und Ruinen der Gebäude entdecken. Zu Spitzenzeiten waren bis zu 150 Arbeiter aus den umliegenden Landkreisen hier beschäftigt, die da auch teilweise unter der Woche aßen und schliefen.


Ein Besuch auf dem Sodenberg lohnt sich in jeder Jahreszeit, bevorzugt aber im Frühjahr: im März gibt es ein Naturschauspiel zu bewundern: ein Teppich aus Märzenbechern bedeckt dann ein großes lichtes Waldstück, ein richtiger Märchenwald.
Im April geht es nahtlos weiter mit den streng geschützten Adonisröschen und Küchenschellen. Mich wundert es jedes Mal, wie sie sich in der kargen Landschaft (Kalktrockenrasen) bei Wind und Wetter aus dem Boden kämpfen. Die Blüten ziehen allerdings auch viele andere Besucher an. Zu der Zeit ist man selten allein am Sodenberg. Aber der Pilgerstrom verteilt sich…



Im Mai/Juni ist für mich die Zeit, Orchideen zu „gucken“. Ich kenne eine Stelle mit vielen Knabenkräutern und Ragwurzen. Daneben habe ich Türkenbund und Diptam gefunden (Tipp: manche Stellen erkennt man an einem kleinen Zaun außen rum)
Es ist schön, an weidenden Schafen vom Gutshof vorbeizulaufen. Stehenbleiben und zuhören, wie die Wollknäuel das Gras rupfen ist sehr entspannend!
Ich empfehle auch, am mittelalterlichen Giselakreuz halt zu machen und sich die Sage der unglücklichen Liebenden durchzulesen.
Wer gut zu Fuß ist und Zeit hat, kann als Rückweg die „Kniebreche“ nach Ochsenthal nehmen, dann weiter hinunter nach Morlesau laufen und dort Einkehren im Biergarten direkt an der Saale vom Restaurant Nöth. Zurück gehts mit dem Zug.
Wanderung zu den Adonisröschen
